Postmigrantischer Jurist*innenbund
Postmigrantische Jurist*innenkonferenz 2026
Call for Contributions
Wir freuen uns sehr darüber, die erste Postmigrantische Jurist*innenkonferenz (PoMiKo) für den 25. bis 27. September 2026 in Berlin (im Silent Green) unter dem Thema “Aspekte eines postmigrantischen Rechts” anzukündigen. Hierfür suchen wir nach geeigneten Beiträgen von migrantisierten, jüdischen und von Rassismus betroffenen Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen.
Auf der ersten PoMiKo soll sich, dem Selbstverständnis des
Postmigrantischen Jurist*innenbund e. V. (PMJB) entsprechend, der Frage gewidmet werden, wie rassismuserfahrene Stimmen durch institutionelle Macht- und Ausschlussmechanismen in juristischen Debatten in allen Rechtsgebieten marginalisiert werden, wie sich diese Marginalisierung auf die Auslegung und Anwendung des demokratischen Rechts auswirkt, und welche tatsächlichen Folgen
das hat. Dabei will die PoMiKo nicht nur bestehende Missstände benennen, sondern auch auf ein postmigrantisches Recht hinwirken, das sich emanzipatorisch nutzen lässt. Wie müsste so ein postmigrantisches Recht aussehen? Welchen Wert hat die Pluralisierung der Perspektiven für demokratische Gesetzgebung und eine an demokratischen Grundsätzen ausgerichtete Auslegung und Anwendung des Rechts? Wie können wir das Recht so nutzen, dass es strukturelle Ungleichheiten nicht verfestigt, sondern aufbricht? Und wo liegen die Grenzen einer emanzipatorischen Berufung auf das Recht?
Die PoMiKo widmet sich diesen Fragen intra- sowie interdisziplinär in drei parallel verlaufenden thematischen Strängen. Die einzelnen Stränge werden durch Fishbowls ergänzt, deren Fokus darin liegt, gemeinsame Handlungsfelder zwischen Jurist*innen und der Zivilgesellschaft zu erschließen und damit die Rechtswirklichkeit in den Blick zu nehmen. In einem Abschlussplenum werden die verschiedenen Stränge miteinander verwoben. Strang 1 setzt sich mit den Geboten der Objektivität und Neutralität im Recht auseinander und fragt, ob und wie sich alternative Konzepte in einer postmigrantischen Gesellschaft denken lassen. Strang 2 setzt den Fokus auf das Zusammenwirken zwischen dem normativen Gleichheitsanspruch des Rechts und gesellschaftlich produzierten Ungleichheiten in der Rechtswirklichkeit, sowie allgemeiner auf das Zusammentreffen von formeller Gleichheit und materieller Ungleichheit. Strang 3 lotet Möglichkeiten und Grenzen des Rechts als Instrument der Emanzipation aus.
Bewerben Sie sich jetzt!
Wir laden migrantisierte, jüdische und von Rassismus betroffene Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen herzlich dazu ein, Vorschläge für Workshops, Impulsvorträge oder andere Formatideen in einem der drei thematischen Stränge einzureichen (Einzelheiten zu den jeweiligen Strängen und ihren Leitfragen finden Sie hier im Anhang des Aufrufs). Die PoMiKo versteht sich als interdisziplinär, innovativ und offen für neue Konzepte. Die Stränge sind daher als Leitideen zu verstehen, die keine festen thematischen Vorgaben machen. Vielmehr stellen sie eine Perspektive dar, aus denen auch sehr konkrete rechtliche oder auf das Recht bezogene Fragen behandelt werden können. Insbesondere sind wir für Beiträge aus allen Disziplinen und Rechtsgebieten offen, solange ein Bezug zu rechtlichen Fragen besteht. Damit sind ausdrücklich Wissenschaftler*innen aller Qualifikationsstufen und Disziplinen, die sich mit dem Recht befassen, Jurist*innen aus Verwaltung, Anwaltschaft und Justiz sowie Akteur*innen aus zivilgesellschaftlichen Organisationen eingeladen, Vorschläge für Workshops, Impulsvorträge oder andere Formatideen in einem der drei thematischen Stränge einzureichen. Wir freuen uns besonders über Beiträge, die:
- einem der drei Rechtsgebiete (Zivil-, Straf- und
Öffentlichen Recht) zugeordnet werden können; - aus den Sozialwissenschaften, Politikwissenschaften, Literaturwissenschaften, der Kriminologie, Philosophie, Psychologie, Geographie, Linguistik oder anderer Disziplinen mit rechtlichem Bezug stammen;
- aus der Zivilgesellschaft und mit aktivistischen und community-basierten Perspektiven stammen und
- innovative Formate wagen.
Bitte reichen Sie bis zum 03.05.2026 ein Abstract mit maximal 500 Wörtern sowie einen kurzen Lebenslauf per Mail an events@pmjb.de ein.
Die Auswahl erfolgt durch das Organisationsteam bis zum 07.06.2026 unter Berücksichtigung der inhaltlichen Passung, methodischer und thematischer Vielfalt, sowie der Diversität der Sprecher*innen.
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Mit Unterstützung der Nemetschek Stiftung.
