PoMiKo 2026 - Hauptprogramm

Alle Sessions und Speaker*innen auf einen Blick.

Institutionelle Logiken rassifizierter Ungleichheit in der Strafjustiz

Samstag: 10:15 - 12:00 Uhr | Strang 1 mit Parissa Rahimian und Dyana Rezene

Beschreibung folgt.

Parissa Rahimian (sie/ihr) hat von 2017 bis 2022 Jura an der Bucerius Law School in Hamburg studiert. Seit 2023 ist sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Internationales Recht, Europarecht und Öffentliches Recht bei Herrn Prof. Dr. Mehrdad Payandeh, LL.M. (Yale) und koordiniert das Regionalnetzwerk Nord des Wissensnetzwerks Rassismusforscung (WinRa). In ihrem Promotionsvorhaben befasst sie sich mit der Adaption sozialwissenschaftlicher Rassismusforschung für die Rechtswissenschaft.

Dyana Rezene (sie/ihr) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kriminologie der Universität zu Köln. Sie promoviert an der HU Berlin zur Rolle von institutionellem Rassismus in der Justiz. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt insbesondere auf der Gerichtsethnografie und den Auswirkungen institutioneller Zeitregimes.

Arbeitsrecht, Mindestlohn und prekäre Beschäftigung

Samstag: 10:15 - 12:00 Uhr | Strang 2 mit Dr. Lino Agbalaka

Durch die Betrachtung migrantischer Arbeit und Arbeitsbiografien aus einem rechtlichen Blickwinkel widmet sich dieser Beitrag dem Zusammenhang zwischen Rassifizierung und Prekarisierung.

Lino Agbalaka (er/ihm) hat an der Humboldt-Universität zu Berlin zu einem arbeitsrechtlichen Thema promoviert und ist nun als Rechtsanwalt im Arbeits-, Zivil- und Verwaltungsrecht tätig. Neben seiner anwaltlichen Tätigkeit gibt er regelmäßig Schulungen zum Antidiskriminierungsrecht und angrenzenden Rechtsgebieten. Zudem ist er in verschiedenen zivilgesellschaftlichen Initiativen aktiv, unter anderem als Vorstandsmitglied des Migrationsrat Berlin e.V. 

Jura besser machen: Juristisches Bloggen als Mittel emanzipatorischer Praxis

Samstag: 10:15 - 12:00 Uhr | Strang 3 mit Evin Dalkilic

„Jura besser machen“ ist kein bloßer Reformvorschlag, sondern geht von der These aus, dass postmigrantische Jurist*innen das Recht aufgrund ihrer „epistemischen Überlegenheit“ (vgl. Loick) oft schärfer analysieren und tiefer fühlen können als die Mehrheitsgesellschaft. Das Ideal „neutraler“ und „objektiver“ Analyse im Recht verbirgt letztlich moralische und politische Werturteile dominanter Gruppen hinter einer Fassade vermeintlicher Vernunft. 

Evin Dalkilic (sie/ihr) hat als Redakteurin beim Verfassungsblog viele Jahre Erfahrung im juristischen Bloggen gesammelt. Derzeit arbeitet sie in einem Projekt zur Weiterentwicklung von OpenRewi an der FH Potsdam.

Strategische Prozessführung als Instrument gesellschaftlicher Transformation

Samstag: 10:15 - 12 Uhr | Strang 3 mit Soraia Da Costa Batista und Davy Wang

Wie gelingt strategische Prozessführung aus postmigrantischer Perspektive – und wann wird der Gang vor Gericht zu einem Akt der Emanzipation? In unserem Workshop beleuchten wir anhand konkreter GFF-Verfahren – von der Klage gegen Handydatenauswertungen bei Geflüchteten bis zur Verfassungsbeschwerde gegen das Kopftuchverbot für Schöffinnen –, auf welche Arten migrantisierte und rassismusbetroffene Communities das Recht als Instrument nutzen können, um Diskriminierung entgegenzuwirken. Gemeinsam erarbeiten wir dabei die zentralen Aspekte für Fallauswahl, Zielsetzung und Einbettung in übergeordnete Kommunikations- und Advocacy-Strategien. Der Workshop richtet sich an Akteur*innen aus Zivilgesellschaft, Anwaltschaft und Wissenschaft; eigene Fälle und Fragestellungen sind ausdrücklich willkommen.

Soraia Da Costa Batista (sie/ihr) ist Volljuristin und Verfahrenskoordinatorin bei der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) und koordiniert strategische Verfahren im Schwerpunkt „Gleiche Rechte und Soziale Teilhabe“.

Davy Wang (er/ihm) ist ebenfalls Volljurist und Verfahrenskoordinator bei der GFF. Er arbeitet insbesondere zu digitalen Rechten, staatlicher Überwachung sowie Plattform- und KI-Regulierung und führt strategische Klageverfahren in diesen Bereichen.

Migration und Strafrecht

Samstag: 13:30 - 15:15 Uhr | Strang 1 mit Prof. Dr. Aziz Epik

Der Vortrag greift mehrere aktuelle, sich teils überlagernde Themen auf: Den Einsatz des Strafrechts als Mittel der Migrationspolitik einerseits – und die migrationsrechtliche Reaktion auf Straftaten von Nichtdeutschen andererseits. In diesem Zusammenhang wird auch auf die regelmäßig wiederkehrende Debatte um die Kriminalitätsbelastung von "Migrant:innen" eingegangen und aufgezeigt, dass die Fokussierung auf Hellfelddaten ein verzerrtes Bild vermittelt und das Narrativ von Migration als Sicherheitsproblem stärkt.

Aziz Epik (er/ihm) hat an der Humboldt-Universität zu Berlin Rechtswissenschaft studiert (2008-2013) und wurde dort mit einer Arbeit zur Strafzumessung bei Taten nach dem Völkerstrafgesetzbuch promoviert (2016). Seit April 2022 ist er Inhaber der Tenure-Track Juniorprofessur für Strafrecht, Internationales Strafrecht und Kriminologie an der Universität Hamburg. Im Oktober 2025 erfolgte die Habilitation an der Humboldt-Universität zu Berlin (Habilitationsschrift: „Migrationsstrafrecht“) mit der Zuerkennung der Venia Legendi für die Fächer Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht, Kriminologie und Juristische Zeitgeschichte.

Mit Recht KI retten? Kommt auf die Perspektive an

Samstag: 13:30 - 15:15 Uhr | Strang 2 mit Dr. Victoria Guijarro Santos

Am Beispiel des "Rechts gegen Diskriminierung durch KI" zeigt dieser Beitrag wie unterschiedliche Perspektiven auf Gleichheit und Recht – formal, material-feministisch, relational – unterschiedliche KI-Systeme hervorbringen und Gesellschaften prägen können.

Victoria Guijarro Santos (sie/ihr) hat an der Universität Göttingen und der Universität Münster zu „Diskriminierung durch Künstliche Intelligenz“ promoviert. Ihre Forschung befasst sich damit, wie EU-KI-Recht gesellschaftliche (Macht)Verhältnisse co-organisiert.

Postmigrantische Praxis gestalten: Schwarze Jurist:innen in der Selbstständigkeit

präsentiert von den Afro-Deutschen Jurist:innen

Samstag: 13:30 - 15:15 Uhr | Strang 3 mit Nsiamu Diofa, Olivia Ewenike, Chantal Lingani und Ingrid Adjoa Yeboah

Welche Bedeutung hat juristische Selbstständigkeit in einer postmigrantischen Gesellschaft? Ausgehend von den Erfahrungen vier Schwarzer Jurist:innen aus unterschiedlichen Rechtsgebieten beleuchtet die Veranstaltung Selbstständigkeit als Ort beruflicher Selbstbestimmung, Repräsentation und gesellschaftlicher Teilhabe. Im Gespräch werden sowohl individuelle Beweggründe und Herausforderungen als auch strukturelle Fragen nach Zugang, Sichtbarkeit und Zugehörigkeit innerhalb der juristischen Profession thematisiert. Dabei diskutieren die Panelist:innen, inwiefern selbstständige juristische Praxis Räume eröffnet, um Recht aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Perspektiven mitzugestalten und neue Zugänge zur Rechtsberatung und Interessenvertretung zu schaffen. Im Anschluss an das Panel ermöglicht ein interaktives Austauschformat die Vertiefung der diskutierten Themen in kleineren Gruppen.

Nsamu Diofa (er/ihm): 1. Staatsexamen 2021 an der Universität Bielefeld. Master 1 - Droit des Affaires 2022 an der Université Metz (französischer Jura-Abschluss (kein LL.M.)). 2. Staatsexamen 2024 am LG Essen. Seit 2025 Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei (Anwaltskanzlei Diofa) in Essen. Seit 2025 zudem Inhaber eines Reinigungsunternehmens (KuDio Himmelsputz, in Leverkusen).

Olivia Ewenike (sie/ihr) ist deutsche Rechtsanwältin mit Schwerpunkt auf Cannabis-Regulatorik und Compliance. Sie berät nationale und internationale Unternehmen aus den Sektoren medizinisches Cannabis, Freizeitcannabis sowie CBD und Nutzhanf und unterstützt sie dabei, die komplexen regulatorischen Anforderungen des deutschen Cannabismarktes rechtssicher zu navigieren. Ihre Beratung umfasst sämtliche relevanten Schnittstellen der Cannabisbranche von strategischen Fragen und der operativen Umsetzung bis zur Verteidigung in strafrechtlichen Verfahren.

Ingrid Adjoa Yeboah (sie/ihr): Nach dem Jurastudium in Hannover und dem Zweiten Staatsexamen im OLG-Bezirk Düsseldorf führte der berufliche Weg zunächst ins Artist Management. Dort betreute sie Creator, Musiker*innen, Schauspieler*innen und Moderator*innen und erhielt einen unmittelbaren Einblick in die Herausforderungen der Kreativ- und Unterhaltungsbranche.

Chantal Lingani (sie/ihr): Schwarze Juristin und Community-Organizerin. Aufgewachsen und aktiv in der Schwarzen Community in Hamburg. Studium und Referendariat in Hamburg, New York, Bremen und Berlin.

Zwischen Recht und Realität: Postmigrantische Zivilgesellschaft im Gespräch

Samstag: 13:30 - 15:15 Uhr | World Café – Moderation: Karim El-Helaifi

Wo zeigen sich Spannungen zwischen rechtlichen Rahmenbedingungen und gesellschaftlicher Realität? In Kooperation mit den neuen deutschen organisationen (ndo) kommen beim World Café zivilgesellschaftliche Akteur:innen und Initiativen zusammen, um sich über Erfahrungen mit bestehenden Rechtsstrukturen auszutauschen, Herausforderungen in der Rechtsdurchsetzung sichtbar zu machen und Perspektiven für ein postmigrantisches Rechtsverständnis zu diskutieren. Gemeinsam wird der Frage nachgegangen, wo Reformbedarfe bestehen und welche Handlungsspielräume Zivilgesellschaft nutzen kann, um gesellschaftliche Veränderungsprozesse mitzugestalten. Das interaktive Format schafft Raum für Vernetzung, Austausch und die Entwicklung gemeinsamer Perspektiven.

Karim El-Helaifi (er/ihm) ist langjähriger Vorstandsvorsitzender und aktuell Geschäftsführer der neuen deutschen organisationen (ndo), einem bundesweiten postmigrantischen Netzwerk von über 200 Organisationen und Initiativen von Schwarzen Menschen und Menschen of Color, die sich mit einem intersektionalen Mindset gegen Rassismus und für eine plurale Demokratie und inklusive Gesellschaft einsetzen. Er ist zudem Mitgründer der Vereine Schülerpaten Berlin und Schülerpaten Deutschland, die sich mit ihrer Arbeit für Bildungsgerechtigkeit einsetzen. Darüber hinaus ist er Experte für datenbasierte Kampagnenarbeit und Strategische Kommunikation.

Aspekte eines postmigrantischen Rechts

Samstag: 17:30 - 19:00 Uhr | Keynote und Plenarpanel

Der Abend beginnt mit einer Keynote von Seda Basay-Yildiz zu dem Thema "Verharmlosung rechter Gewalt als strukturelles Problem":

Verharmlosung rechter Gewalt ist ein strukturelles Problem. Sie beginnt bei einer institutionellen Bereitschaft, die Gefahr von rechts zu relativieren oder kleinzureden. Hinzu kommt ein wiederkehrender Reflex, rassistische Hinweise nicht ernst zu nehmen oder politische Motive vorschnell auszuschließen. Dadurch werden Zusammenhänge verkannt und notwendige Konsequenzen verzögert oder verhindert.

Auf dem anschließenden Plenarpanel diskutieren Seda Basay-Yildiz, Hannah Birkenkötter, Khaled El Mahmoud und Prof. Dr. Krystyna Okoye-Montis verschiedene Perspektiven auf ein postmigrantisches Recht.

Seda Basay-Yildiz (sie/ihr): Rechtsanwältin und Fachanwältin für Strafrecht.

Hannah Birkenkötter (sie/ihr) ist Assistant Professor of International Law am Instituto Tecnológico Autónomo de México (ITAM). Sie arbeitet zu Fragen des allgemeinen Völkerrechts mit einem Schwerpunkt auf den Vereinten Nationen und zum Rechtsstaatsprinzip im Verfassungs- und Völkerrecht mit besonderer Berücksichtigung von Schnittstellenkonflikten im Mehrebenensystem.

Krystyna Okoye-Montis (sie/ihr): Juristin, 10 Jahre im Öffentlichen Dienst u.a. Richterin am Arbeitsgericht und Referatsleiterin bei der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz des Referats "Justiz in der vielfältigen Gesellschaft", seit 2024 Rechtsprofessorin an der IU Internationale Hochschule, seit 2025 selbständige Rechtsanwältin und Co-Gründerin der Kanzlei NNEO PartG mbB.

Khaled El Mahmoud (er/ihm)

Sué González Hauck (sie/ihr) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg. In ihrer Forschung und Lehre setzt sie sich kritisch mit dem Völker-, Europa- und Verfassungsrecht auseinander. In verschiedenen Kontexten, unter anderem als Gründungsmitglied des PMJB, engagiert sie sich dafür, Strukturen in der Rechtswissenschaft umzugestalten.

Wie Neutralität als Rechtsprinzip Ausschlüsse produziert

Sonntag: 10:15 - 12:00 Uhr | Strang 1 mit Dr. Aqilah Sandhu, Dr. Asmaa El Idrissi und Fabian Ononuju

Beschreibung folgt.

Aqilah Sandhu (sie/ihr): Akademische Rätin a.Z. an der Juristischen Fakultät in Augsburg, derzeit abgeordnet als Wiss. Mitarbeiterin in Karlsruhe, Zweiter Senat. Diverse Publikationen zum Europa- und Verfassungsrecht, auch zum Antidiskriminierungsrecht.

Asmaa El Idrissi (sie/ihr) ist Juristin, Beraterin und Trainerin mit Schwerpunkt auf Antidiskriminierungsrecht, Diversity, Equity und Inclusion sowie Governance. Sie führte ein Verfahren zum Zugang zum juristischen Referendariat bis vor das BVerfG und promovierte zum juristischen Umgang mit "religiöser Fremdheit"; im Zentrum standen Fragen von Macht, Deutungshoheit und rechtlicher Entscheidungsfindung. Mit ihrer Beratung Change Deep Consulting unterstützt sie Organisationen aus Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft bei diskriminierungssensibler Entscheidungsfindung und strukturellen Transformationsprozessen.

Fabian Ononuju (er/ihm) hat an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Université Panthéon Assas in Paris Jura studiert und diesen Sommer einen LLM am Kings College London beendet. Aktuell Doktorand an der Bucerius Law School bei Prof. Dr. Wirth-Hanschmann.

Juristische Ausbildung als Ort professioneller Sozialisation und struktureller Marginalisierung

Sonntag: 10:15 - 12:00 Uhr | Strang 1 mit Tuba Sari und Zahra Khan

Beschreibung folgt.

Tuba Sari (sie/ihr) studierte Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg (Erste Prüfung 2023) mit dem Schwerpunkt „Kriminalität und Kriminalitätskontrolle“. Seit ihrem Studienabschluss arbeitet sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Referentin an der Leuphana Law School der Leuphana Universität insbesondere an dem Modellstudiengang „Master Rechtswissenschaft“. Sie promoviert an der Bucerius Law School und befasst sich in ihrem Dissertationsprojekt mit Extremismusphänomenbereichen im Kontext des Verfassungsschutzrechts.

Zahra Khan (sie/ihr): Studentin in Examensvorbereitung, jahrelange Arbeit in Refugee Law Clinics, aktuell bei ACCICE zuständig für Community&Content zu Themen rund um Zugang zum Recht.

Abschiebungen nach Afghanistan in Anbetracht des Refoulement-Verbots

Sonntag: 10:15 - 12:00 Uhr | Strang 2 mit Dr. Nerges Azizi

Dieser Workshop bietet Raum für den kritischen Austausch über aktuelle Entwicklungen rund um Abschiebungen nach Afghanistan. Vor dem Hintergrund eines eskalierenden Trends zu Abschottung und gewaltsamen Rückführungen von Geflüchteten, der sich im Falle Afghanistans von den Nachbarstaaten Iran und Pakistan bis hin zu politischen Bestrebungen in der EU und Deutschland erstreckt, stellt sich die Frage, wie Abschiebungen nach Afghanistan gegenüber dem völkerrechtlichen Refoulement-Verbot begründet werden. Der Workshop diskutiert sowohl die rechtlichen und politischen Mechanismen, die diese Entwicklung vorantreiben, als auch Möglichkeiten des rechtlichen und zivilgesellschaftlichen Widerstands dagegen.

Nerges Azizi (sie/ihr) hat ihre Promotion an der School of Law, Birkbeck College, University of London, abgeschlossen. Derzeit arbeitet sie im Programmbereich Völkerstraftaten und internationale Verantwortung beim European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR). Zuvor war sie unter anderem als Legal Advisor im Border-Justice-Programm des ECCHR tätig, als Carlo-Schmid-Fellow im Ethikbüro des UNHCR in Genf sowie als Dozentin an der Freien Universität Berlin und der Philipps-Universität Marburg.

Strukturelle Hürden bei der Verwirklichung von Antidiskriminierungsrecht

Sonntag: 10:15 - 12:00 Uhr | Strang 3 mit Can Atlı und Dr. Lys Kulamadayil

Strukturelle Hürden bei der Verwirklichung von Antidiskriminierungsrecht liegen häufig nicht im Normbestand selbst, sondern in den Voraussetzungen der Erkenntnis und Anwendung. Das Panel beleuchtet das aus zwei Perspektiven: der weitgehend unreflektierten Wirkmacht ableistischer Annahmen in der Rechtswissenschaft und der praktischen Wirkungslosigkeit der Beweislastumkehr nach AGG und LADG in Beschwerdeverfahren. Gemeinsam ist beiden Beiträgen die Frage, wie Wissen über strukturelle Ungleichheit in rechtswissenschaftliche Reflexion und rechtliche Sachverhaltsermittlung Eingang finden kann.

Can Atlı (er/ihm): Studium der Philosophie und Rechtswissenschaft in Berlin. Nach dem Referendariat am Kammergericht mit Stationen beim European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR), der Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung (LADS) und in einer Migrationsrechtskanzlei, derzeit tätig beim Antidiskriminierungsnetzwerk Berlin (ADNB des TBB) mit dem Schwerpunkt Rassismus.

Lys Kulamadayil (sie/ihr) ist Völkerrechtswissenschaftlerin an Genfer Hochschulinstitut wo sie ein vom Schweizer Forschungsfond finanziertes Drittmittelprojekt mit dem Titel „Law by Colour Code: Locating Race and Racism in International Law“ leitet.

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